31. Volkslauf Finkenwerder

Rückblick zum Lauf in Finkenwerder – Überraschungen sind das Beste

Als der Wecker am Sonntag um 7:30 klingelte, war ich von meinem Vorhaben beim 31. Volkslauf in Finkenwerder über die 10k zu starten noch nicht so ganz überzeugt. Durch das Krimispiel der Nationalmannschaft am Vorabend gegen Schweden habe ich viel zu viel Ungesundes gegessen und bin dazu noch spät ins Bett gekommen. Zusätzlich war das Wetter an diesem Morgen nicht gerade einladend, aber es sollte immerhin trocken bleiben.

Viel Zeit zum Grübeln hatte ich nicht, da die Nachmeldung bis 9 Uhr erledigt sein musste und so entschloss ich mich schnell meine Sachen zu packen um loszugehen. Nach Finkenwerder ist es von mir aus gar nicht so weit, da man aber mit der Fähre auf die andere Seite der Elbe muss, kommen doch immerhin inkl. Fußwege ca. 40 Minuten Anfahrt zusammen.

Vom Fähranleger Finkenwerder waren es nur wenige Gehminuten zum Start und die Nachmeldung war ohne Probleme möglich. Da der Start für die 10 Kilometer erst um 10 Uhr war, nutzte ich noch die Zeit um mir beim Bäcker ein Buttercroissant zum Frühstück zu holen.

Aufwärmen vor dem Lauf

Mittlerweile mache ich mich vor einem Lauf immer warm und somit fing ich 20 Minuten vor dem Start an mich ein wenig einzulaufen und ein paar Übungen zu machen. Wirklich wach war ich aber leider immer noch nicht und so hat es gerade mal für einen Kilometer einlaufen gereicht. Im Anschluss signalisierte mir dann auch noch meine Uhr anhand meiner Pulsaufzeichnung vom Aufwärmen, dass heute nicht mein Tag sein sollte. Ich freue mich immer über diese Information und lächelte ein wenig. Ich hatte mir für den Lauf nichts spezielles vorgenommen, jedoch bin ich trotzdem vor jedem Lauf sehr aufgeregt. Zusätzlich war ich immer noch nicht ganz wach und musste schon ein wenig über mich selber lachen, da ich schon fast im Dauergähnen an der Startlinie stand…

Heute gehen wir es mal entspannt an

Der Countdown zählte von 10 runter, der Startschuss fiel und ich war sofort wieder in meinem Wettkampfmodus. Durch verschiedene Wehwehchen war mein Training schon seit ein paar Monaten nicht mehr ganz so strukturiert und ich wollte es daher entspannt angehen. Ihr ahnt es bereits – das Vorhaben hat mal wieder nicht ganz so geklappt, aber vielleicht ist es auch einfach nur eine innerliche Beruhigung vor dem Start für mich?

Auf dem ersten Kilometer kristallisierte sich schnell eine 3er Führungsgruppe heraus. Dahinter folgten zwei weitere Läufer und anschließend meine Dreiergruppe. Die ersten Kilometer liefen mit 3:57 und 3:54 sehr gut und ich entschied mich das Tempo erstmal weiter beizubehalten.

Den dritten Kilometer liefen wir dann in 3:55, jedoch hatten wir bereits einen Mitläufer verloren und auch zum verbliebenden Läufer wurde der Abstand zu mir immer größer. Ich wollte mich ungern die letzten Kilometer alleine durchkämpfen und außerdem gerne noch die zwei Läufer vor mir einholen, daher motivierte ich meinen Mitstreiter mit einer Handgeste und einem „komm ran“ wieder zu mir aufzuschließen.

Wirklich überzeugt war er nicht, da er mich anscheinend für schneller hielt, was ich aber von mir nicht behaupteten wollte. Wir quatschten kurz über unsere Ziele. Er wollte knapp unter 40 Minuten laufen und er musste etwas lachen als ich meinte, dass ich so um die 45 Minuten laufen wollte. Vermutlich hatte ich irgendwie ein wenig Angst vor einem Einbruch, denn ich fühlte mich gut und eigentlich wusste ich, dass meine anvisierte Zeit quatsch war. Motiviert legten wir den vierten Kilometer in 3:56 zurück.

Die Hälfte is rum – Noch 5 Kilometer

Der Abstand zu den zwei Läufern vor uns verringerte sich etwas und wir merkten, dass wir die Beiden noch bekommen können. Mittlerweile regnete es und es kam noch ein leichter Gegenwind dazu. Nach weiteren 3:55 passierten wir die 5 Kilometermarke und auf die Frage wie es bei mir aussehen würde, antwortet ich nur, dass ich auf jeden Fall noch die zwei Kandidaten vor uns einholen möchte, bevor ich eventuell etwas Tempo rausnehme.

Mein Mitstreiter schien sich hier auszukennen, er warnte mich, dass gleich Gegenwind kommt und ich schön „locker“ bleiben sollte. Er hatte natürlich Recht und umso froher war ich, dass wir auch diesen Abschnitt noch gemeinsam laufen konnten. Wahrscheinlich hat der Gegenwind uns nur weiter motiviert, da wir mit 3:52 den schnellsten Kilometer im Rennen zurückgelegt haben.

Langsam aber sicher konnten wie dir Lücke zu unseren Vorläufern schließen und sie auch anschließend tatsächlich endlich überholen. Der 7. Kilometer lief mit einer 3:56 auch noch recht ordentlich, aber ich merkte das die Luft langsam bei mir raus war und schickte somit meinen Mitläufer mit einem Highfive auf seine letzten Kilometer vor. Ich war zwar schon wirklich platt, dennoch konnte ich den 8. Kilometer immer noch in einer 4:00er Pace zurücklegen.

In so einem Moment gehen mir immer viele Dinge durch den Kopf. Ich war platt und mit meiner Leistung jetzt schon zufrieden, jedoch merkte ich auch, dass heute noch mehr ging. Ich wollte weiter beißen, ich wollte die Sub40 und ich wusste es sind „nur noch“ zwei Kilometer. Meine positiven Gedanken waren Motivation pur für mich und so legte ich den Kilometer in starken 3:53 zurück.

Der letzte Kilometer brach an und irgendetwas fühlte sich komisch an, aber es waren ja auch nur noch 800m, also nur noch zwei Runden beim Intervalltraining. Durchbeißen war somit die Devise. Die letzten 400m wurden mit einem „Achtung es ist rutschig“ von einem Streckenposten eingeleitet. Es ging auf die Aschebahn vom Sportplatz und die war durch den Regen und die anderen Läufe eher eine Matschbahn. Ich musste ein wenig schmunzeln, denn ich hatte schon einige Male unter solchen Verhältnissen meine Intervalle gemacht. Es läuft sich ziemlich komisch, man rutscht weg und der rote Matsch klebt einfach nur unter den Schuhen. Nach weiteren 3:56 für den letzten Kilometer konnte ich überglücklich als 5.ter Läufer mit einer Zeit von 39:21 den Zielbogen passieren.

Fazit zum Volkslauf in Finkenwerder

Es war eine tolle und gut organisierte Laufveranstaltung. Vielen Dank auch an die unzähligen Helfer und Streckenposten, die sicherlich besseres Wetter verdient hätten. Für mich war es ein verrücktes Rennen mit einer Zeit die ich nicht ansatzweise erwartet hätte. Der Lauf hatte verschiedene Faktoren, die mich einfach zu dieser mega Zeit motiviert haben. Ich bin einfach super zufrieden mit meiner Leistung und sehr glücklich!

Danke & Ausblick

An dieser Stelle möchte ich auch mal vielen Dank an meine Sponsoren ASICS & Orthomol Sport sagen, die mich in meinem Hobby immer so hervorragend unterstützen. Ansonsten steht sportlich gesehen eine etwas ruhigere Woche an, bevor es am Samstag an den Start vom Nortorfer Stadtlauf über 10 km geht und Sonntag nehme ich am Hella Halbmarathon teil.

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Benjamin

Moin aus Hamburg. Ich bin Benjamin und schreibe auf Laufmix seit 2014 über die Themen Laufen, Triathlon, Gadgets und Reisen. Außerdem zu finden auf Instagram, Facebook und Twitter. Paypal-Kaffeespende.

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